Zentrika - Cover

Zentrika

Unsere Bewertung

Bewertung: 4 von 5.

Steckbrief

TitelZentrika
VerlagShooting Frog Games (Selbstverlag)
AutorDaniel Kopic
Erscheinungsjahr2025 (November)
Offizielle Spieleranzahl2 bis 5
Zu zweit spielbarJa, ohne Einschränkung. Das Spiel ist offiziell schon für 2 Personen ausgelegt, eine eigene Zweier-Variante gibt es nicht und braucht es auch nicht. Mit mehr Mitspielenden sind allerdings mehr Kombinationen möglich.
SpieldauerOffiziell ca. 20 Minuten, deckt sich in unserer Erfahrung
Empfohlenes AlterAb 10 Jahren
PreisUVP 14,99 Euro: Hier kaufen*
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Verpackungsmaße und GewichtCa. 152 x 108 x 46 mm, ca. 170 g
SpracheDeutsch

Herkunft des Exemplars: Rezensionsexemplar, vom Autor zur Verfügung gestellt.

Auf der Suche nach Würfelspielen jenseits von Kniffel

Ich war auf der Suche nach guten Würfelspielen abseits des altbekannten Kniffel und bin dabei unter anderem auf Zentrika gestoßen. Dass sich hinter dem unscheinbaren Titel ein Spiel verbirgt, das ein bisschen Einarbeitung verlangt, hatte ich da noch nicht auf dem Schirm. Am Ende hat sich das Dranbleiben aber gelohnt.

Kurzvorstellung

Zentrika ist ein Roll-and-Write-Würfelspiel: Jeder hat einen eigenen weißen Würfel, dazu kommen die farbigen Zentralwürfel, um die sich alles dreht. Wer an der Reihe ist, würfelt zusätzlich mit allen Zentralwürfeln. Zuerst bilden alle Mitspielenden Kombinationen aus dem eigenen Würfel und/oder den Zentralwürfeln, danach kombiniert die aktive Person die Zentralwürfel mit den Würfeln ihrer direkten Nachbarn. Alles wird im Spielblock eingetragen. Vom Prinzip her erinnert es an eine Mischung aus Qwixx und Kniffel, aber ganz gut gemacht.

Das Spielgefühl zu zweit

Zentrika ist offiziell für 2 bis 5 Personen ausgelegt, es gibt also keine Sonderregel für die Zweier-Runde. Wir finden: Zu zweit geht es gut, mit mehr Leuten macht es aber noch mehr Spaß. Der Grund liegt in der zweiten Aktion. Dort stehen der aktiven Person die weißen Würfel ihrer direkten Nachbarn zur Verfügung, und damit ergeben sich natürlich andere Kombinationen. Zu zweit ist dieser Spielraum etwas kleiner.

Trotzdem bleibt Zentrika auch zu zweit ein anspruchsvolles Würfelspiel, bei dem man gut taktieren muss. Die Balance stimmt, und Downtime gibt es kaum: Weil man auch in der Runde des anderen immer selbst etwas eintragen kann, ist man ständig eingebunden und wartet nie nur ab.

Für einen ruhigen Abend zu zweit ist es damit eine gute Wahl, sofern beide Lust auf Knobeln und ein bisschen Einarbeitung haben.

Format und Reisetauglichkeit

Mit rund 152 x 108 x 46 mm und etwa 170 g ist die Schachtel für ein Würfelspiel relativ groß. Sie hat ungefähr Postkartengröße und ist mit 6 cm relativ dick. Das liegt daran, dass das Spiel im Selbstverlag erschienen ist und der Autor einen guten Mittelweg zwischen Preis und Leistung finden wollte. Die Schachtel ist also etwas größer, als man es erwarten würde und als es sein müsste. Dafür wird das Spiel in Europa produziert und nicht wie viele Konkurrenten in Asien, was ich sehr erwähnenswert finde, denn der Transportweg ist entsprechend kürzer.

Auf dem Tisch braucht Zentrika kaum Platz: eine Fläche zum Würfeln, dazu für jede Person der eigene Block und ein Stift. Auf- und Abbau sind entsprechend schnell erledigt. Beim Material bleibt es übersichtlich, in der Schachtel sind die Würfel und ein einseitig bedruckter Block, Stifte müssen allerdings selbst mitgebracht werden. Wer viel spielt, kann Nachfüllblöcke mit 50 beidseitig (!) bedruckten Blättern nachkaufen. Laut ist das Spiel übrigens nicht, abgesehen vom Würfeln.

Wer es 100% reisetauglich haben will, nimmt nur die Würfel und den Block mit und lässt die große Schachtel daheim.

Wiederspielwert und Einstieg

Hier muss ich ehrlich sein: Die Erklärung ist eher anspruchsvoll. Wir haben eine Weile gebraucht, bis wir verstanden hatten, was wann und wie passieren muss, und mussten mehrere Anläufe nehmen und haben schließlich sogar beim Autor nachgefragt. Er arbeitet inzwischen an einer Überarbeitung der Anleitung. Sobald man das Spiel einmal verstanden hat, läuft es aber rund. Uns gefällt es bisher gut, wir haben ein paar Partien gespielt und werden es auf jeden Fall wieder auf den Tisch bringen.

Material und Optik

Bei der Grafik ist noch Luft nach oben. Verarbeitung und Haptik der Materialien sind dagegen in Ordnung.

Pro und Contra

Pro

  • Auch zu zweit ein taktisch anspruchsvolles und gut ausbalanciertes Würfelspiel
  • Kaum Downtime, weil man immer selbst etwas eintragen kann
  • Schneller Auf- und Abbau, wenig Tischfläche nötig
  • Produktion in Europa mit kürzeren Transportwegen
  • Nachfüllblöcke (50 Blatt, beidseitig bedruckt) und eine Kinderversion (Zentrika Junior) erhältlich

Contra

  • Die Anleitung ist umständlich, wir brauchten mehrere Anläufe und Rückfragen beim Autor (eine Überarbeitung ist in Arbeit)
  • Die Verpackung ist größer, als sie sein müsste
  • Zu zweit gibt es weniger Kombinationsmöglichkeiten (und damit weniger Spielspaß) als in größerer Runde
  • Grafisch ist noch Luft nach oben

Für wen ist es geeignet, für wen nicht

Geeignet ist Zentrika für alle, die ein taktisch anspruchsvolleres Würfelspiel suchen und sich auch zu zweit gern durch Kombinationen knobeln. Eher nichts ist es für alle, die ein Spiel wollen, das sich in wenigen Sätzen erklärt und sofort läuft.

Fazit und Wertung

Zentrika ist eine gelungene Alternative für alle, die was taktischeres als das klassische Kniffel wollen. Die Anleitung und die etwas große Schachtel kosten Punkte, dafür bekommt man ein Würfelspiel, das auch zu zweit fordert, kaum Wartezeit hat und nach der Einarbeitung richtig gut funktioniert. Mit mehr Mitspielenden macht es noch etwas mehr Spaß, zu zweit ist es aber absolut empfehlenswert. Dass das Spiel in Europa produziert wird, ist ein zusätzlicher Pluspunkt.

Spielspaß allgemein
Zweispieler-Tauglichkeit
Portabilität
Material und Verarbeitung
Preis-Leistung

Skala: 1 Würfelauge = schwach, 6 Würfelaugen = hervorragend

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