Fantasy Ink

Fantasy Ink

Unsere Bewertung

Bewertung: 3 von 5.

Steckbrief

TitelFantasy Ink
VerlagKosmos Verlag
AutorLuc Rémond (Illustration: Oliver Schlemmer)
Erscheinungsjahr2026
Offizielle Spieleranzahl2, reines Zweipersonenspiel
Zu zweit spielbarJa, von Grund auf für zwei Personen designt
SpieldauerOffiziell 30 Minuten, deckt sich in unserer Erfahrung
Empfohlenes AlterAb 10 Jahren
PreisCa. 24,99 Euro – Hier kaufen*
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Verpackungsmaße und GewichtCa. 260 x 190 x 54 mm, ca. 500 g
SpracheDeutsch

Herkunft des Exemplars: Rezensionsexemplar vom Kosmos Verlag zur Verfügung gestellt.

Hohe Erwartungen, ernüchtertes Ergebnis

Ein Einhorn oder doch lieber ein Pirat? Bei mir zuhause wird über solche Fragen ernsthaft diskutiert, und genau da wollte „Fantasy Ink“ aus dem Hause Kosmos ansetzen. Das Spiel stammt vom Autor von „Sky Team“, dem Spiel des Jahres 2024, und die Erwartungen waren entsprechend hoch. Umso ernüchterter war ich, als sich nach mehreren Partien einfach kein richtiger Spielfluss einstellen wollte.

Kurzvorstellung

Aus einem gemeinsamen Vorrat von 15 Würfeln wählt man abwechselnd einen aus und legt ihn auf eine der ausliegenden Karten, um das darauf abgebildete Fantasiewesen zu erwecken: Einhörner, Piraten, Minotauren, Phönixe und viele mehr. Gewonnen hat, wer zuerst 20 Kapitel seines Buches vollendet oder sieben Symbole einer Farbe sammelt. Dazu kommen austauschbare Siegbedingungen, die für Abwechslung zwischen den Partien sorgen sollen.

Das Spielgefühl zu zweit

„Fantasy Ink“ ist kein Spiel für mehr Personen, das man notdürftig zu zweit spielt. Es ist von Anfang an als reines Zweipersonenspiel konzipiert, und genau das merkt man auch. Die Interaktion entsteht direkt über die Kartenauswahl zu Beginn: Man zieht vier Karten, behält zwei, reicht zwei an das Gegenüber weiter, und wiederholt das Ganze noch einmal. Dadurch weiß man von der ersten Runde an genau, wogegen man spielt, ohne den Umweg über Verhandlungen oder Bündnisse, die bei Spielen mit mehr Personen oft nötig sind.

Downtime gibt es kaum. Nur wenn der Mitspieler länger nachdenkt, entsteht eine kurze Wartezeit, insgesamt bleibt man aber durchgehend eingebunden. Genau da liegt für mich auch die größte Stärke des Spiels: Als reines Zweipersonenerlebnis funktioniert es wirklich gut.

Etwas getrübt wurde dieser Eindruck durch die austauschbaren Siegbedingungen. Statt für Abwechslung zu sorgen, haben sie bei uns eher dafür gesorgt, dass wir uns während der Partie ständig fragten, worauf wir gerade eigentlich hinspielen.

Eine feste Zielgruppe für die Zweiervariante sehe ich nicht. Wer Fantasy-Themen mag, findet hier natürlich noch etwas mehr Freude an den Illustrationen, notwendig ist das aber nicht. Als Date-Night-Spiel oder schnelle Feierabendrunde eignet sich „Fantasy Ink“ von der Spieldauer her gut, vorausgesetzt, man hat die anfängliche Regelverwirrung einmal hinter sich gelassen.

Format und Reisetauglichkeit

Mit rund 26 x 19 x 5,4 cm ist die Verpackung von Fantasy Ink kein Pocketformat. Sie ist eher mit einem dickeren Taschenbuch oder einer größeren Pralinenschachtel vergleichbar, und dieser Karton bringt spürbar Gewicht und Volumen mit. Für den großen Reisekoffer ist das noch machbar, wirklich reisefreundlich fühlt es sich aber nicht an. Wer viel mit leichtem Gepäck unterwegs ist, wird die Schachtel eher als sperrig empfinden denn als praktischen Begleiter.

Wiederspielwert und Einstieg

Der Einstieg fiel uns schwerer als erwartet. Wo andere Zweier-Spiele nach einer Runde sitzen, brauchten wir bei „Fantasy Ink“ mehrere Partien, um überhaupt ein Gefühl für den Ablauf zu bekommen. Das ist bei einem Spiel, das sich auch an ein jüngeres Publikum ab 10 Jahren richtet, ein echter Nachteil.

Material und Optik

Am Material gibt es nichts auszusetzen. Die Illustrationen von Oliver Schlemmer sind liebevoll gestaltet, und der Kartendruck macht optisch etwas her. Das Spielmaterial insgesamt wirkt hochwertig verarbeitet.

Pro und Contra

Pro

  • Liebevolle Illustrationen und hochwertige Verarbeitung
  • Funktioniert wirklich gut als reines Zweipersonenspiel
  • Kaum spürbare Downtime

Contra

  • Doppelter Kartenauswahlschritt zu Beginn schlecht erklärt
  • Häufiges Nachschlagen nötig, auch nach mehreren Partien
  • Austauschbare Siegbedingungen sorgen eher für Verwirrung als für Abwechslung
  • Verpackung für unterwegs eher sperrig

Für wen ist es geeignet, für wen nicht

Geeignet für alle, die gezielt nach einem Spiel suchen, das ausschließlich für zwei Personen gemacht ist und das auch ernst nimmt. Eher nichts für alle, die ein einsteigerfreundliches Spiel für ab 10 Jahren erwarten, ohne sich durch eine anfängliche Regelverwirrung kämpfen zu müssen. Auch für unterwegs, wo es auf ein kompaktes Format ankommt, ist es keine erste Wahl.

Fazit und Wertung

Für mich bleibt „Fantasy Ink“ ein Spiel, das hübsch verpackt ist und als Zweipersonenspiel sein Versprechen einlöst, sich aber im Gesamteindruck nie richtig rund angefühlt hat. Die Stärke in der Zweierdynamik kann die Schwächen beim Einstieg und bei den Siegbedingungen für mich nicht ganz ausgleichen.

Eine klare Kaufempfehlung kann ich deshalb nicht aussprechen. Wer sich an einer sperrigeren Einstiegsphase nicht stört und vor allem ein konsequentes Zweipersonenspiel sucht, mag darin trotzdem seinen Spaß finden. Bei mir persönlich hat es einfach nicht gefunkt.

Spielspaß allgemein⭐⭐⭐
Zweispieler-Tauglichkeit⭐⭐⭐⭐⭐
Portabilität⭐⭐⭐
Material und Verarbeitung⭐⭐⭐⭐
Preis-Leistung⭐⭐⭐⭐

Unsere Skala: 1 Stern bedeutet, wir würden eher abraten, 5 Sterne bedeuten uneingeschränkte Empfehlung.


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