The Mind
Unsere Bewertung
Steckbrief
| Titel | The Mind |
| Verlag | NSV, Nürnberger-Spielkarten-Verlag |
| Autor | Wolfgang Warsch |
| Erscheinungsjahr | 2018 (nominiert zum Spiel des Jahres 2018) |
| Offizielle Spieleranzahl | 2 bis 4 |
| Zu zweit spielbar | Ja, ohne Einschränkung. Es gibt keine offizielle Zweier-Variante, man spielt einfach nach den normalen Regeln, und das funktioniert problemlos. |
| Spieldauer | Offiziell ca. 15 bis 20 Minuten, deckt sich in unserer Erfahrung |
| Empfohlenes Alter | Ab 8 Jahren |
| Preis | Ca. 11 Euro – Hier kaufen* (Wenn ihr über diesen Link kauft, erhalten wir eine kleine Provision.) |
| Verpackungsmaße und Gewicht | Ca. 131 x 100 x 23 mm, ca. 235 bis 260 g je nach Ausgabe |
| Sprache | Deutsch |
Herkunft des Exemplars: gebraucht gekauft, im Second-Hand-Laden entdeckt.
Warum diese Schachtel meine beste Spontankauf-Entscheidung war
Ich gebe es zu, gekauft habe ich „The Mind“ völlig ohne Plan. Ich bin an einem Regal im Gebrauchtwarenladen vorbeigelaufen, habe die kleine Schachtel gesehen, fand das Cover ansprechend und habe einfach zugegriffen. Kein Blick auf die Rückseite, keine Rezension vorher gelesen. Im Nachhinein eine der besten spontanen Entscheidungen der letzten Zeit, denn kaum zu Hause ausgepackt, war ich hin und weg.
Kurzvorstellung
Man sitzt am Tisch, hält Karten mit Zahlen zwischen 1 und 100 in der Hand und darf kein einziges Wort sagen, keine Geste machen, nicht mal die Augenbraue hochziehen. Trotzdem soll die Gruppe es schaffen, die Karten in aufsteigender Reihenfolge auf den Tisch zu legen, ganz ohne Absprache. Wer eine niedrigere Karte auf der Hand hat als zuletzt gespielt, muss aufpassen, denn Fehler kosten ein Leben. Mehr braucht es nicht. Kein Brett, keine Sonderregeln, kein Kleingedrucktes.
Das Spielgefühl zu zweit
Das ist der Punkt, der für diesen Blog am wichtigsten ist, und hier kann ich beruhigen: „The Mind“ funktioniert zu zweit sehr gut. Eine offizielle Zweier-Variante gibt es nicht, braucht es aber auch nicht, wir spielen einfach nach den normalen Regeln, und das trägt tadellos.
Die Dynamik ist trotzdem eine andere als zu viert. Man ist zu zweit genauso eingebunden wie in größerer Runde, es gibt also keine Wartezeit oder Downtime, in der man nur zuschaut. Aber das Spielgefühl wirkt entspannter, weil man sich nur mit einer weiteren Person einig werden muss statt mit drei. Bei vier Köpfen rätselt man, was die anderen wohl denken, zu zweit reduziert sich das auf ein einziges Gegenüber, was die Intuitions-Abstimmung greifbarer macht.
Auffällig ist außerdem, wie sehr die Erfahrung davon abhängt, mit wem man spielt. Eine Partie mit dem Partner oder der Partnerin fühlt sich anders an als eine mit einer Freundin, die Nähe zur Mitspielerin oder zum Mitspieler färbt das nonverbale Abstimmen spürbar mit. Genau das macht „The Mind“ zu zweit interessant: Es ist kein reines Zufallsergebnis, sondern hängt an der Beziehung am Tisch.
Format und Reisetauglichkeit
Hier spielt „The Mind“ seine kleine Verpackung voll aus. Die Schachtel ist mit rund 131 x 100 x 23 mm und etwa einem viertel Kilo winzig, mit einem Gummiband drumherum hält sie unterwegs auch einiges aus und bleibt kompakt genug für jede Jackentasche.
Auf dem Tisch braucht man kaum Platz, das Spiel besteht im Wesentlichen aus einem Kartenstapel in der Mitte und den Handkarten. Ein Zugtisch oder eine Café-Ecke reichen locker. Auch die Lautstärke ist bei diesem Spiel naturgemäß kein Problem, da während der Partie ja gar nicht gesprochen werden darf. Für Zug, Hostel oder Wartezimmer ist das ideal.
Aufbau und Abbau gehen superschnell, man muss lediglich die Karten mischen und verteilen, keine aufwendigen Vorbereitungen, keine Materialschlacht.
Wiederspielwert und Einstieg
Die Regeln sind in dreißig Sekunden erklärt, das macht „The Mind“ zu einem der Spiele, die ich neuen Mitspielerinnen und Mitspielern zuerst zeige. Nach ein paar Dutzend Runden nutzt sich der Überraschungseffekt allerdings leider etwas ab. Wer das Spiel nur gelegentlich auf den Tisch bringt, merkt davon aber kaum etwas.
Material und Optik
Die Verarbeitung ist schlicht und funktional, wie es für ein reines Kartenspiel in dieser Preisklasse zu erwarten ist. Nichts an der kompakten Größe wirkt wie ein Kompromiss, das Spiel ist von Haus aus klein konzipiert und nicht nachträglich auf Reiseformat geschrumpft.
Pro und Contra
Pro
- Funktioniert zu zweit genauso gut wie in größerer Runde, ohne dass man improvisieren muss
- Extrem kompakte und leichte Verpackung, ideal für unterwegs
- Praktisch lautlos, kein Problem in Zug oder Hostel
- Aufbau und Abbau in Sekunden erledigt
- In dreißig Sekunden erklärt
Contra
- Nutzt sich nach vielen Runden etwas ab
- Keine offizielle Zweier-Variante, man muss sich selbst darauf verlassen, dass die normalen Regeln auch zu zweit tragen (was sie zwar tun, aber offiziell abgesichert ist es nicht)
- Die Erfahrung hängt stark davon ab, mit wem man spielt, was manche als Reiz, andere als Unwägbarkeit empfinden könnten
Für wen ist es geeignet, für wen nicht
Ideal für Paare oder Freundinnen und Freunde, die unterwegs wenig Platz und keine Lust auf Aufbauzeit haben, aber trotzdem ein Spiel wollen, das fordert. Auch für ruhige Abende zu zweit zu Hause bestens geeignet. Eher nichts für alle, die zu zweit ein taktisches Kartenspiel mit viel Kalkül suchen, hier zählt Intuition, nicht Strategie.
Fazit und Wertung
Nicht ohne Grund war „The Mind“ 2018 für den Spiel des Jahres nominiert und wurde später mit dem As d’Or als Jeu de l’Année ausgezeichnet. Für unsere Nische ist es fast ein Idealfall: klein, leise, schnell erklärt und zu zweit genauso stark wie in größerer Runde. Ich hätte nie gedacht, dass ein spontaner Griff ins Regal eines Gebrauchtwarenladens mich zu einem meiner liebsten Spiele der letzten Zeit führt.
| Spielspaß allgemein | |
| Zweispieler-Tauglichkeit | |
| Portabilität | |
| Material und Verarbeitung | |
| Preis-Leistung |
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