Unsolved: Tod auf der Jacht
Unsere Bewertung
Steckbrief
| Titel | Unsolved: Tod auf der Jacht |
| Verlag | Amigo |
| Autor | Frederic Moyersoen (Illustration: Fiore GmbH) |
| Erscheinungsjahr | 2023 |
| Offizielle Spieleranzahl | 1 bis 6 |
| Zu zweit spielbar | Ja, ohne Einschränkung. Das Spiel ist schon ab einer Person spielbar (es gibt auch eine Solovariante), zu zweit spielt man einfach nach den normalen Regeln, und das funktioniert sehr gut. |
| Spieldauer | Offiziell ca. 45 Minuten pro Kapitel, das deckt sich ungefähr mit unserer Erfahrung. Kapitel 1 hat bei uns etwas länger gedauert, die Kapitel 2 und 3 gingen schneller. |
| Empfohlenes Alter | Ab 16 Jahren |
| Preis | UVP 14,99 Euro | Hier kaufen* (Wenn ihr über diesen Link kauft, erhalten wir eine kleine Provision.) |
| Verpackungsmaße und Gewicht | 171 x 128 x 37 mm, 261 g |
| Sprache | Deutsch |
Herkunft des Exemplars: Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Wie wir in Kapitel 1 komplett auf die falsche Fährte gelockt wurden
In Kapitel 1 haben wir uns voll auf eine falsche Fährte locken lassen und lagen am Ende ziemlich daneben. Dafür haben wir ab Kapitel 2 sehr viel genauer hingeschaut, und genau dieser kleine Lernprozess macht „Unsolved: Tod auf der Jacht“ so reizvoll.
Kurzvorstellung
Das Spiel führt euch auf hohe See: Jedes der drei Kapitel beginnt mit einem Todesfall, und ihr müsst herausfinden, ob es Mord oder doch nur ein Unfall war, welches Motiv dahintersteckt und welche Beweise sich finden lassen. Ermittelt wird ausschließlich anhand von Bildkarten. Dafür gibt es einen Satz Grundkarten, der für alle drei Fälle genutzt wird, und pro Kapitel jeweils nur sechs zusätzliche Karten.
Das Spielgefühl zu zweit
Das ist der Punkt, der für diesen Blog am wichtigsten ist, und hier gibt es eine klare Antwort: „Unsolved: Tod auf der Jacht“ funktioniert zu zweit sehr gut. Das Spiel ist für 1 bis 6 Personen ausgelegt, eine eigene Zweier-Variante braucht es nicht, wir haben einfach nach den normalen Regeln gespielt.
Wir haben komplett kooperativ gespielt: Gemeinsam Karten anschauen, Auffälligkeiten benennen, Schlüsse ziehen. Dadurch gab es keinerlei Leerlauf, man ist die ganze Zeit eingebunden. Die Atmosphäre ist dabei angenehm ruhig und trotzdem sehr kommunikativ, weil man seine Erkenntnisse ständig miteinander teilt.
Ein konkretes Beispiel aus unseren Partien: Bei einer Karte konnten wir nicht erkennen, ob die Szene tagsüber oder nachts spielt, und haben daraus prompt die falschen Schlüsse gezogen. Zu zweit fällt so ein Irrtum gar nicht so leicht auf, weil man sich schnell gegenseitig in einer Annahme bestärkt. Das ist ein Reiz des Spiels, kann aber auch frustrieren.
Das Spiel lässt sich laut Anleitung auch gegeneinander oder in Teams spielen. Das haben wir nicht ausprobiert, ich kann es mir aber gut vorstellen. Schwierig dürfte es dann werden, Beobachtungen nur innerhalb des eigenen Teams auszutauschen, wenn die anderen Teams mithören können.
Als Spiel für den Feierabend ist ein einzelnes Kapitel perfekt. Wer länger spielen möchte, kann zu zweit auch alle drei Kapitel am Stück spielen. Als Date-Night-Spiel würde ich es eher nicht wählen, dafür ist die Stimmung zu konzentriert und ruhig.
Format und Reisetauglichkeit
Mit 171 x 128 x 37 mm und 261 g ist die Schachtel schön kompakt, sie hat etwa die Grundfläche eines Taschenbuchs, ist aber etwas dicker. Sie ist sehr robust und hält auch im Rucksack einiges aus. Gespielt wird nur mit den Karten, es gibt keine Kleinteile, und eine App wird nicht benötigt. Das ist für unterwegs ein echter Pluspunkt.
Der Haken: Zum Auslegen der Karten braucht man einiges an Fläche. Im Zug ist das Spiel deshalb eher nicht geeignet. Auf einem kleinen Tisch zu Hause, in der Ferienwohnung oder im Hotelzimmer funktioniert es dagegen gut.
Der Aufbau geht schnell und ist unkompliziert. Und weil nach jedem Kapitel Schluss ist, kann man das Spiel jederzeit pausieren und später weiterspielen.
Wiederspielwert und Einstieg
Die Regeln sind schnell erklärt und schnell verstanden. Zum Wiederspielwert muss man ehrlich sein: Ein gelöster Fall bleibt gelöst, man lässt sich bei einem solchen Spiel auf ein einmaliges Erlebnis ein. Ich empfinde das nicht als Nachteil, zumal die Aufteilung gut gelöst ist. Mit 30 Grundkarten und jeweils nur 6 zusätzlichen Karten pro Kapitel stecken ganze drei Fälle in einer kleinen Schachtel.
Dazu kommt: Es wird kein Material zerstört, und am Ende der Anleitung steht, wie man das Spiel in den Ursprungszustand zurückversetzt. So kann man es problemlos weitergeben, verschenken oder verleihen.
Material und Optik
Die Illustrationen von Fiore GmbH sind toll und mit sehr vielen Details gespickt, man entdeckt beim genauen Hinsehen immer wieder etwas Neues. Das Spiel kommt außerdem praktisch ohne Text aus. Im Vergleich zu einem Kosmos Adventure Game muss man hier deutlich weniger lesen, was den Spielfluss angenehm hält.
Einen Abzug gibt es bei der Eindeutigkeit der Bilder: Manchmal lässt sich nur schwer erkennen, ob wirklich dieselbe Person auf zwei Karten abgebildet ist, und man muss es sich über Kleidung oder ähnliche Details erschließen. Auch Tag und Nacht sind teilweise schwer zu unterscheiden, sodass sich die abgebildete Uhrzeit nicht immer genau einordnen lässt.
Pro und Contra
Pro
- Drei verschiedene Fälle im gleichen Umfeld, möglich durch ein cleveres Konzept aus Grundkarten und je sechs Kapitelkarten
- Zu zweit kooperativ sehr angenehm, ruhig und kommunikativ, ganz ohne Leerlauf
- Außer der Anleitung kein Text, deutlich weniger Leseaufwand als bei vergleichbaren Adventure Games
- Ohne App spielbar, es werden nur die Karten benötigt
- Robuste, kompakte Schachtel, die auch im Rucksack mitkann
- Nichts wird zerstört, und eine Anleitung zum Zurücksetzen macht das Weitergeben leicht
- Schneller Aufbau, nach jedem Kapitel kann man pausieren
- Tolle, detailreiche Illustrationen
- Schnell erklärt und schnell verstanden
Contra
- Manche Karten sind mehrdeutig: Tag und Nacht oder die Identität von Personen lassen sich nicht immer sicher erkennen
- Braucht viel Fläche zum Auslegen der Karten, im Zug daher kaum spielbar
- Kein Spiel für wiederholtes Spielen, denn ein gelöster Fall bleibt gelöst (lässt sich durch Weitergeben ausgleichen)
- Im Teamspiel gegeneinander dürfte es schwierig werden, Beobachtungen vor den anderen Teams geheim zu halten (von uns nicht getestet)
Für wen ist es geeignet, für wen nicht
Ideal für Paare und Freundinnen und Freunde, die abends in Ruhe ein Kapitel ermitteln wollen, oder die sich einen längeren Abend mit allen drei Fällen am Stück gönnen. Auch für alle, die gern genau hinschauen und gemeinsam knobeln, ohne viel Text lesen zu müssen. Eher nichts für alle, die ein Spiel für den Zug suchen, denn dafür braucht man zu viel Tischfläche. Wer ein Spiel möchte, das sich ständig neu spielen lässt, sollte ebenfalls zu etwas anderem greifen.
Fazit und Wertung
„Unsolved: Tod auf der Jacht“ ist ein ruhiges, gut durchdachtes Ermittlungsspiel, das zu zweit hervorragend funktioniert. Das Konzept mit drei Fällen aus einem Grundstock an Karten ist clever, die Regeln sind schnell erklärt, und die Illustrationen sind größtenteils wirklich super. Bei Portabilität und Material gibt es je einen Punkt Abzug: Die Schachtel ist kompakt und robust, aber das Auslegen der Karten braucht viel Platz, und einige Bilder sind nicht immer eindeutig. Für die UVP von 14,99 Euro bekommt man drei Fälle und ein Spiel, das sich weitergeben lässt, das ist für uns volle Punktzahl beim Preis-Leistungs-Verhältnis.
| Spielspaß allgemein | |
| Zweispieler-Tauglichkeit | |
| Portabilität | |
| Material und Verarbeitung | |
| Preis-Leistung |
Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 6 Würfelaugen, wobei 6 die beste Wertung ist.
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